Kann das Spielen von Musikinstrumenten helfen, Depression und Stress zu bekämpfen?

Kann das Spielen von Musikinstrumenten helfen, Depression und Stress zu bekämpfen?

Depression ist besonders in den industrialisierten Staaten ein großes Problem. Stress in unkontrollierter Form ist ebenfalls eine Krankheit, die in den westlichen Staaten häufig auftritt. Schätzungsweise leiden circa 20 Prozent aller US-Amerikaner an psychischen Krankheiten. Depressions- und Stressbekämpfung sind also wichtig – was kann man tun um vorzubeugen oder im Betroffenheitsfall gegen Stress und Depression anzukämpfen? Eignen sich Musikinstrumente um eine Depression zu bekämpfen oder akuten Stress zu reduzieren?

Förderlich für den Körper

Ein Instrument zu spielen ist jedenfalls für den Körper deutlich förderlich. Das äußert sich in einem niedrigeren Blutdruck, der durch regelmäßiges Spielen des Instruments sinkt. Eine andere körperliche Folge ist ein niedrigerer Herzschlag für den Spieler. Das Spielen wird hier psychosomatisch, das Spielen beruhigt und wirkt sich dadurch gleichzeitig positiv auf den Blutdruck und den Herzschlag aus.

Stark positive Auswirkungen auf das menschliche Gehirn

Noch positiver wirkt sich das Spielen eines Instruments aber auf das Gehirn aus. Durch das Spielen von Musikinstrumenten ist der Körper widerstandsfähiger, kann härter gegen Viren vorgehen und ist allgemein resistenter. Das ist in jeder Altersschicht der Fall, trotzdem ist das Spielen von Musikinstrumenten besonders in den späteren Jahren gesundheitlich von Vorteil. Eine Studie verglich die audiokognitiven Leistungen von Menschen im Alter von 45 und 65, ein Teil davon war musikalisch tätig. Bei der Studie kam heraus, dass die Menschen die musikalisch tätig waren besser dazu in der Lage waren, einen spezifischen Ton oder ein spezifisches Geräusch aus verschiedenen Geräuschen herauszuhören. Zwar gibt es wenig Beweise dafür, aber das Spielen eines Musikinstruments soll ähnlich wie das Lernen von Fremdsprachen gegen Alterskrankheiten wie beispielsweise Alzheimer helfen.

Was durch Studien und Statistiken erst in den letzten Jahrzehnten bewiesen wurde, wurde von vielen Menschen bereits zuvor erkannt, die die „Sprache der Musik“ erlernten. Nicht ohne Grund gibt es Musiktherapien und andere Heilmethoden mithilfe von Musik und Musikinstrumenten. Die Wissenschaft ist hier vergleichsweise noch am Anfang. Viele Menschen, beispielsweise der Direktor und Gründer des Rebecca Centers für Musiktherapie, John Carpenter, ist von dem Mehrwert der Musik für Menschen im höheren Alter überzeugt. So sieht er Musik als Mittel um aus der Isolation von Alzheimer und Demenz herauszukommen.

Hilfreich gegen Depressionen und Stress

Musik machen kann für das menschliche Gehirn wie Antidepressiva wirken. In einer Studie wurde bewiesen, dass sich bei einer von sechs bis sieben Personen mit Depressionen ein Symptom stark reduziert. Das klingt möglicherweise nach nicht viel, Ärzte müssen aber im Durchschnitt zwischen sieben und 16 Menschen mit einem Medikament behandeln, bevor sie bei einem eine Wirkung sehen – das bedeutet, dass normalerweise eine Vielzahl an Medikamenten getestet werden muss um wirkliche Fortschritte für die Patienten zu sehen. Musiktherapie wirkt sich hingegen bei jedem vierten Patienten positiv aus. Eine Erklärung könnte sein, dass es den Menschen gelingt mit Musik auszudrücken was sie mit Worten nicht ausdrücken können, und so zu besserer mentalen Gesundheit kommen.

Ähnlich effektiv verhält sich Musik machen gegen Stress. Spielt man ein Instrument, verkürzt das die Zeiten in denen man gestresst ist und hilft so gegen chronischen Stress, der zur Krankheit werden kann.

 

Musik beim Meditieren – Hilfe oder unnötige Störung?

Musik beim Meditieren – Hilfe oder unnötige Störung?

Meditation ist eine Praxis, die helfen soll zu entspannen und den Geist auf eine klare und gereinigte Ebene zu bringen. Das erfolgt häufig im Stillen, ohne Störungen oder Fremdeinflüsse. Trotzdem stellt sich bei manchen Genres der Musik – beispielsweise spirituelle Musik oder klassische Musik im Allgemeinen –  die Frage, ob sie nicht zum Effekt des meditieren beitragen könnte. Schließlich ist Musik ebenfalls entspannend, ruhige und langsame Musik könnte folglich auch den reinigend für den Geist und die Seele sein.

Spezielle Meditationsmusik für ein wirkungsvolleres Meditieren

Meditation kann beispielsweise von Musik unterstützt werden, die speziell für das Praktizieren von Meditation komponiert wurden. Dadurch wird der Rhythmus und die Harmonie beim Meditieren erhalten und hat noch einen stärkeren Effekt als das Meditieren im Stillen. Diese Arten von Meditation, bei denen Musik – spezielle Meditationsmusik – zum Einsatz kommen sollte unterscheiden sich aber von der klassischen Meditation im Sitzen, bei der jegliche Form von Akustik vermieden werden sollte. Der Rückzug in sich selbst, in die eigenen Gedanken und ein eigenes Entdecken und Harmonisieren der Seele würde die Musik stören oder sogar gänzlich verhindern.

Sanft und dezent im Hintergrund

Auf jeden Fall sollte die Musik nicht zu laut sein, damit der Fokus auf sich selbst und die eigenen Gedanken gerichtet werden können. Das bedeutet, dass Musik im Hintergrund sein sollte, das Meditieren aber begleiten können. Speziell komponierte Musik für das Meditieren eignet sich dafür natürlich am besten. Hat oder findet man diese nicht, kann ruhige, gleichmäßige Musik ohne Stimmen verwendet werden. Beispielsweise Harfenmusik kann sich dafür gut eignen.

Für Einsteiger und Anfänger oft hilfreich

Steigen Sie gerade in die Meditation ein und haben Probleme, die eigenen Gedanken und das Denken an den Alltag, das Büro und andere Dinge aus dem Kopf zu schaffen, kann sich Musik durchaus eignen zu einem klaren Geist zu kommen. Sinnvoll ist es jedenfalls, mit Musik diese Gedanken aus dem Bewusstsein zu bringen, damit man sich auf die Meditation konzentrieren kann, als ständig durch die eigenen Gedanken unterbrochen zu werden. Das bedeutet, dass musikalische Untermalung für Menschen die generell Probleme mit dem Fokussieren haben sowie Anfänger sinnvoll ist. Kommt man zum Beispiel gerade aus einer sehr stressigen oder unangenehmen Situation kann es ebenfalls helfen, den Geist für das Meditieren vorzubereiten.

Trotzdem sollte man beim klassischen Meditieren trotzdem versuchen, auf andere Dinge Wert zu legen und die Musik nur wenn notwendig oder bei eher alternativen Formen der Meditation zu verwenden. Schließlich geht es beim Meditieren um den Einklang mit sich selbst, da können Einflüsse von außen nur schwer zu gebrauchen sein.

Klangschale und Gong statt Musik

Trotzdem  – Klänge können auch hilfreich sein. Empfindet man sie für die Meditation als hilfreich, ist es empfehlenswert einige Hilfsmittel zu verwenden. Beispielsweise Klangschalen können für die Praxis ein nützliches Utensil sein. Auch Gongs und Didgeridoos können hilfreich sein um bei der Meditation eine tiefe Verbindung mit sich selbst aufzubauen.

Letztendlich entscheidet man die Verwendung von Musik, Klangschalen oder anderen Hilfsmöglichkeiten immer selbst. Deshalb ist es wahrscheinlich am besten, selbst auszuprobieren was gut passt und was störend ist. Treten bei der klassischen Meditation im Sitzen aber keine Probleme auf, ist Hintergrundmusik nicht notwendig oder eine Verbesserung.

Die Verbindung zwischen Musik und Emotion – woraus besteht sie?

Die Verbindung zwischen Musik und Emotion – woraus besteht sie?

Emotionen werden durch Musik, Ton und Geräusche beeinflusst. Gleichzeitig haben starke Emotionen bedeutender Künstler bereits zu den bekanntesten, besten und am meisten polarisierenden Lieder und Werken der Welt geführt. Emotionen und Musik stehen damit in einem wohl einzigartigen Zusammenhang – aber woraus besteht dieser Zusammenhang wirklich? Betrachten wir Gefühle und musikalische Werke der Vergangenheit und der Gegenwart in ihrer Prägung der damaligen gesellschaftlichen Stimmung und ihren Einfluss auf die Emotionen der Menschen.

Emotionen als Inspiration für Musik

Starke Gefühle haben immer schon als Inspiration für großartige Werke gedient. Egal ob die Gefühle nun Herzschmerz, Glück, Neid oder einfach Freude waren, die niedergeschriebenen Werke im jeweiligen Gefühlszustand wurden oft zu Meisterwerken. Denken Sie zum Beispiel an die Komposition „Elise“ von Beethoven. Im Herzschmerz über die verlorene Liebe zu einer Frau schrieb er das Stück um es ihr zu schicken. Die in Liebe und Trauer entstandene Komposition erreichte später durch die berührende und einprägsame Melodie Weltberühmtheit.

Lieder und Musik als Beeinflussung in unserer Gesellschaft

Umgekehrt wird Musik nicht nur von der Stimmung des Musikers geprägt, sie prägt nämlich auch den Hörer des Werkes. Das wird in unserer Gesellschaft im großen Stil verwendet, um verschiedenen Ziele zu erreichen. Denken Sie an Heiratsanträge, bei denen der Klang von Violinen im Hintergrund die Romantik der Situation wortwörtlich hervorstreicht. Oder den Klang beim Betreten von Geschäften in der Einkaufsstraße, der zunehmend oft ertönt. Musik wird also auf persönlicher Ebene genutzt, um Menschen in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen, um eine Stimmung zu erzeugen und zu verstärken.

Noch viel wirkungsvoller ist der Einfluss von Emotionen auf den Hörer allerdings, wenn er nicht mehr auf persönlicher Ebene erfolgt, sondern tausende oder sogar Millionen Menschen gleichzeitig anspricht. Beispielsweise bei Kundgebungen und Reden vor Publikum ist das der Fall. Werbeanzeigen, die im Fernsehen ausgestrahlt werden nutzen die Macht der Musik um den Zuschauern bestimmte Gefühle zu vermitteln – Interesse an einem Produkt, Sehnsucht nach Abwechslung in Form von neuem Konsum und andere Dinge.

Einen wahrscheinlich noch kraftvolleren und mächtigeren Einfluss macht Musik beim Militär. Vor und während fast aller Kriege haben zu der Zeit entstandene Lieder die Stimmung der Menschen beeinflusst. Marschmusik soll an das Durchhaltevermögen und die Zähigkeit der Soldaten appellieren. Das Volk und die Allgemeinheit wurden hingegen durch Lieder aus dem Fernsehen und Radio manipuliert. Meistens vermitteln die Lieder ein Bild der Notwendigkeit und Ehrhaftigkeit, einen Krieg weiterzuführen – menschliche Verluste und Not werden dadurch bewusst in den Hintergrund gerückt.

Nicht nur der Text beeinflusst

Obwohl der Text ein Lied oder eine Komposition prägt, ist es doch meistens die Melodie und der Rhythmus, der den Großteil der Emotionen beim Menschen auslöst. Der Text bietet meistens nur die geistige Begründung für Gefühle die durch Rhythmus, Melodie und Wahl der Musikinstrumente ausgelöst wird. Ausschlaggebend ist auch die Regelmäßigkeit der Melodie. Verändert sie sich deutet das auf Aufschwung, Aufruf zur Tat (zum Beispiel den Kauf von einem Produkt) oder dem Wunsch nach Veränderung hin. Bleibt Melodie und Rhythmus am Boden, ist das oft ein Appell an das Weitermachen des Bisherigen, Durchhalten und Zusammenrücken, oft verwendet bei militärischen Konflikten.